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eiko_list_icon THilfe2 Alarm - Deichsicherung, Schaufeln mitbringen!


KFB
Zugriffe 3390
Einsatzort Details

Emmerthal, Ortsteil Emmern
Datum 10.01.2011
Alarmierungszeit 01:46 Uhr
Einsatzende 07:30 Uhr
Alarmierungsart Digitaler Meldeempfänger
Einsatzleiter KBM
Mannschaftsstärke Gesamt >300
eingesetzte Kräfte

DRK EZ Marienau
    FF Groß Berkel
    FF Emmerthal
      KFB West
        KFB Ost
          Kreismedienbetreuer
            THW
              Fahrzeugaufgebot   LF 8/6  MTW
              KFB

              Einsatzbericht

              Am Wochenende 09./10. Januar 2011 war die Emmer im Bereich Emmerthal über die Ufer getreten und stand etwa zehn Zentimeter unterhalb der Deichkrone des Deiches, der die Ortschaft Emmern vor Hochwasser schützen soll. Die Einsatzkräfte aller 17 Ortsfeuerwehren der Gemeindefeuerwehr Emmerthal waren seit den Mittagsstunden im Wechsel an diesem Deich damit beschäftigt, die Deichkrone zu erhöhen.

               

              Bei diesen Arbeiten bemerkte Einsatzleiter Gemeindebrandmeister Willi Pflughaupt plötzlich Sickerstellen auf der vermeintlich trockenen Seite des Deiches. Er forderte den Fachberater der THW Ortsgruppe Hameln an, um sich über die Möglichkeiten der Deichsicherung abzustimmen. Dieser empfahl, einen Spezialisten des THW für Deichverteidigung aus Springe hinzuzuziehen. Michael Wiedemann untersuchte daraufhin den Deich und stellte fest, dass der Damm in einem „miserablen Zustand“ ist: Der Deichfuß wurde von Landwirten einfach weggepflügt, Zaunpfähle wurden in den Damm gerammt und auch diverse Maulwürfe haben ihr Unwesen in der Schutzanlage getrieben.


              In Anbetracht der sich abzeichnenden Lage und möglicher weiterer Einsatzstellen ließ Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke gegen 22:00 Uhr die Technische Einsatzleitung (TEL) des Landkreises Hameln-Pyrmont alarmieren. Diese Komponente zur Führungsunterstützung ist in der Lage, große Einheiten an ausgedehnten Einsatzstellen über einen längeren Zeitraum zu führen. Sie sollte zunächst die Lage aufnehmen, um dem Kreisbrandmeister als Führungskomponente zur Verfügung stehen zu können, falls sich die Situation verschlechterte. Danach löste Wöbbecke Alarm für die Kreisfeuerwehrbereitschaft „Ost“ aus. „Schaufeln mitbringen!“ war auf den digitalen Funkmeldeempfängern zu lesen. Mit 130 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen machten sich die Freiwilligen auf den Weg zu den Sammelpunkten, um dann zugweise geschlossen die Einsatzstelle anzufahren.
              Inzwischen hatten auf dem Gelände der Straßenmeisterei in Emmern, die in Sichtweite zu dem Deich liegt, zivile LKW damit begonnen, tonnenweise Sand abzukippen. Im Pendelverkehr wurden in dieser Nacht insgesamt 120 Tonnen Sand herangeschafft und verarbeitet.


              Die Helfer des THW hatten inzwischen weiteres schweres Gerät an die Einsatzstelle gebracht: Der Ladekran eines geländegängigen LKW wurde mit sechs Scheinwerfern á 1.500 Watt bestückt und diente so als Lichtmast. Der Deich und das Gelände zum Füllen der Sandsäcke wurden mit sogenannten „Power-Moon“-Leuchten blendfrei ausgeleuchtet.
              Feuerwehr und THW arbeiteten Hand in Hand: Während die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Sandsäcke füllten und auf normalen Euro-Paletten stapelten, kümmerten sich die Helfer des THW mit einer Transportkomponente um das Verlasten der Paletten auf geländegängigen LKW (Unimog und MAN 7 to.) und den Transport zum Deich. An Ort und Stelle wurden die Sandsäcke dann wieder von Feuerwehrleuten in Empfang genommen und mit einer Menschenkette zu den acht Sickerstellen weitergereicht, wo sie unter fachkundiger Aufsicht verbaut wurden.


              Michael Wiedemann, der THW-Spezialist für Deichbau, ließ an den Sickerstellen so genannte „Quellkaden“ errichten. Das sind Ringe aus Sandsäcken, die genau so hoch aufgeschichtet werden, wie der Deich hoch ist. Darin sammelte sich das durchsickernde Wasser und erzeugte auf der Innenseite einen Gegendruck zum Wasser der Emmer. Dadurch konnte kein Wasser mehr nachströmen, das Wasser kam zur Ruhe und Sedimentausspülungen, die zum Brechen des Deiches führen konnten, wurden unterbunden.


              Nach dreieinhalb Stunden Knochenarbeit wurden die Einsatzkräfte der Kreisbereitschaft Ost abgelöst. Helfer des DRK aus Marienau versorgten die erschöpften Frauen und Männer mit einer heißen Erbsensuppe. Die Kreisbereitschaft „West“ rückte mit 150 Einsatzkräften und 29 Fahrzeugen zur Einsatzstelle aus und vollendete die harte Arbeit am Deich.
              An den acht Sickerstellen und der Deichkrone wurden bis morgens um 6:30 Uhr rund 5.000 Sandsäcke verbaut. Die Mühen der Nacht haben sich jedoch gelohnt: Der Deich hat gehalten und eine mögliche Katastrophe für die Einwohner der Ortschaft Emmern konnte abgewendet werden. Bürgermeister Andreas Grossmann bringt es in einem Interview mit einem Fernsehsender vor Ort auf den Punkt: „Hätte es an dieser Stelle einen Dammbruch gegeben, wären die Wassermassen bis nach Emmern geströmt und hätten unzählige Sachwerte zerstört. Der Dank gilt allen Helfern, die dieses Szenario mit Entschlossenheit und Tatkraft verhindert haben!“

              Bericht und Bilder: Jörg Grabandt, Kreismedienbetreuer

               

              sonstige Informationen

              Einsatzbilder

               
                 
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